
Just a Game“ ist eine Skulptureninstallation, die die Mechanismen von Macht, Ungleichheit und Zuschreibung anhand der Sprache und Ästhetik eines Brettspiels sichtbar macht. Drei in Lindenholz geschnitzte Kinderfiguren stehen um einen Kasten aus Eichenbrettern, der an eine Spielschachtel erinnert. Auf ihm sind Spielregeln zu lesen wie „tausche die Rollen und schaue, was passiert“ oder „ab 2–99 Jahre“. Oben prangt der Titel „Justice Game“ sowie der Satz „Hate the game, not the players“.
Die scheinbar unschuldige Szene von spielenden Kindergartenkindern kippt beim genaueren Hinsehen in eine bittere Umkehrung: Ein schwarzer Junge sitzt auf einem Holzpferd und hält eine Schnur, mit der zwei weiße Kinder gefesselt sind. In Müllsäcke gekleidet, weinen sie, während er die Rolle der Macht innehat.
Damit bricht die Arbeit bewusst mit gewohnten Bildern: Sie spiegelt und verdreht koloniale und postkoloniale Machtverhältnisse. Was über Jahrhunderte durch Kolonialismus, Rassismus und strukturelle Ungleichheit festgeschrieben wurde, wird hier im Spiel symbolisch auf den Kopf gestellt. Der Betrachter wird aufgefordert, diese Rollenwechsel auszuhalten und zu reflektieren: Welche Emotionen entstehen, wenn Machtverhältnisse umgedreht werden? Welche Regeln sind historisch entstanden, welche reproduzieren wir unbewusst bis heute?


Die Materialität – Holz, Eiche, die vertraute Anmutung einer Brettspielschachtel – wirkt vertraut, beinahe harmlos. Doch gerade diese Form der Vertrautheit führt in eine Konfrontation mit der Brutalität jener Regeln, die unsere gesellschaftlichen Strukturen bestimmen.
„Just a Game“ macht sichtbar, dass postkoloniale Machtverhältnisse nicht abgeschlossen sind, sondern in unsere Gegenwart hineinwirken. Wie in einem Spiel können wir die Regeln akzeptieren, weiterschreiben – oder aber verändern.