Terracotta Army of the financial world

Die Werkgruppe „Terrakotta-Armee der Finanzwelt“ entstand 2015 und umfasst 96 keramische Figuren, jeweils 35 cm groß, teilweise glasiert, teilweise mit Engoben bemalt. Formal greift sie die historische Terrakotta-Armee auf, die einst militärische Macht und Herrschaft repräsentierte. In meiner zeitgenössischen Übersetzung verkörpern die Figuren keine Krieger, sondern elegant gekleidete Männer und Frauen im Anzug – die Soldaten der modernen Ökonomie.

Ihre Gesichter sind bewusst verpixelt dargestellt. Diese Verfremdung verweist auf die Anonymität und Austauschbarkeit jener Akteur*innen, die im Verborgenen agieren. Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird diese Unsichtbarkeit noch verstärkt: Finanzströme wandern als Datenströme, Entscheidungen entstehen in Algorithmen, Kapital verschwindet hinter verschlüsselten Netzwerken und virtuellen Identitäten. So entzieht sich die Macht zunehmend dem Sichtbaren – sie wirkt abstrakt, unnahbar und doch allgegenwärtig.

Die Wahl des Materials – Ton, gebrannt, glasiert oder mit Engobe bemalt – steht in bewusstem Kontrast zu dieser digitalen Abstraktion. Während die Finanzwelt immateriell, unsichtbar und flüchtig erscheint, bleiben die Skulpturen haptisch, schwer und dauerhaft. Die Härte des Tons verweist auf die Starrheit der Systeme, während Glasuren und Engoben Eleganz, Distanz und Kälte betonen.

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