Lil Donald and the twitter

Lindenholz geschnitzt und bemalt 2020

„LiL Donie and the Twitter“ ist eine satirische Warnung vor der Instrumentalisierung von Angst, Sprache und staatlicher Gewalt im digitalen Zeitalter. Entstanden 2020 im Kontext der US-Präsidentschaftswahlen, thematisiert das Werk die Verschmelzung von politischer Macht, sozialer Medienlogik und autoritären Machtstrategien.

Die Figur trägt einen viel zu großen Anzug – ein Sinnbild für eine Machtposition, die nicht getragen, sondern inszeniert wird. In den Händen hält sie den blauen Vogel, das Symbol von Twitter, den sie quetscht und kontrolliert. Diese Geste steht für den Missbrauch sozialer Medien als politisches Werkzeug: Kommunikation wird zur Waffe, Wahrheit zur verhandelbaren Größe, Aufmerksamkeit zur eigentlichen Währung. Politik verkommt zum permanenten Tweet, zur emotionalen Eskalation, zur kalkulierten Provokation.

Die auf dem Rücken eingravierte Botschaft „make me Great again“ verschiebt den bekannten Slogan ins Egozentrische. Sie entlarvt eine Politik, die nicht dem Gemeinwohl dient, sondern der Selbstvergrößerung. Das „Wir“ verschwindet, ersetzt durch ein narzisstisches „Ich“, das Institutionen, Menschen und Diskurse für eigene Zwecke verbraucht.

„LiL Donie and the Twitter“ ist kein Porträt einer Einzelperson, sondern eine Allegorie auf eine politische Gegenwart, in der Macht zunehmend über Plattformen organisiert wird, in der staatliche Gewalt medial aufgeladen und demokratische Prozesse durch Dauerempörung ersetzt werden. Das Werk warnt davor, wie leicht sich Sprache, Technologie und Angst verbinden lassen – und wie schnell aus Kommunikation Kontrolle wird

Besonders deutlich wird dies im Umgang mit staatlichen Institutionen wie ICE. Die Arbeit verweist auf deren bewusste Nutzung als Angstapparat – nicht zur Durchsetzung von Recht, sondern zur Erzeugung von Bildern, Feindbildern und Loyalität. Migration, Sicherheit und Ordnung werden instrumentalisiert, um politische Macht zu stabilisieren. ICE erscheint hier nicht als neutrale Behörde, sondern als Projektionsfläche für autoritäre Politik, die auf Abschreckung, Entmenschlichung und mediale Wirkung setzt.

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