Skulpturen

Warum Skulpturen?

Meine Arbeit mit Skulpturen, besonders mit Holz, hat ihren Ursprung in meiner Kindheit. Eine prägende Inspiration war die mittelalterliche Kirche in meiner Heimatstadt Nowe Miasto Lubawskie, in der sich zahlreiche Holzskulpturen befinden. Als Kind betrachtete ich diese Figuren nicht nur, sondern verwandelte sie in meiner Vorstellung in Spielfiguren. Dieser Ort wurde für mich zu einem Raum, in dem sich meine Fantasie frei entwickeln konnte. Dieser Ort war für mich weniger ein sakraler Raum als ein Raum der Fantasie.

Schon früh begann ich, Formen räumlich zu denken. Ich sah nicht nur Oberflächen, sondern Volumen, Tiefe und mögliche Gestalten. Dieses dreidimensionale Sehen begleitet mich bis heute. Wenn ich vor einem Holzstamm oder einem Stein stehe, erkenne ich darin bereits Bewegungen, Spannungen und Charaktere – Fragmente einer zukünftigen Skulptur.

Ein Beispiel dafür ist das Werk „Triptychon der Traurigkeit“. Aus einem großen Lindenholz (75 cm durchmesser)Baumstamm geschnitzt und außen mit Rinde belassen, zeigen die drei Teile fragmentierte Körper, die sich mithilfe von Spindelmotoren wieder zu einem geschlossenen Stamm vereinen. Die Arbeit thematisiert systematisch gestützte Gewalt gegenüber den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Die comicartig gestalteten Kinderfiguren verbinden Unschuld mit Verletzlichkeit und machen sichtbar, wie Gewalt nicht nur durch direkte Taten entsteht, sondern auch durch Schweigen, Verdrängung und gesellschaftliche Strukturen. Das wiederkehrende Zusammenfügen der Fragmente steht für unser kollektives Vergessen – und für die Verantwortung, die wir tragen, wenn wir wegsehen.

Meine Skulpturen entstehen aus einem inneren Sehen heraus und aus dem Bedürfnis, verborgene Wahrheiten sichtbar zu machen. Holz ist für mich kein neutrales Material, sondern ein Träger von Erinnerung, Geschichte und Spannung. In meiner Arbeit wird es zu einem Medium, das persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen verbindet.

Nach oben scrollen