Buchenholzstamm geschnitzt und bemalt 130x65x66cm 2022

Die Skulptur The Last of Us entstand aus einem massiven Buchenstamm, dessen natürliche Maserung trotz der weißen Fassung sichtbar bleibt und so das organische Wachstum des Materials in die Gegenwart trägt. Dargestellt ist eine überdimensionale Kinderhand, die das Victoria-Zeichen formt – ein Symbol des Sieges, das in diesem Werk jedoch ambivalent aufgeladen ist.
Auf den ausgestreckten Fingern erscheinen Smiley-Symbole, die als Zeichen digitaler Kommunikation und oberflächlicher Emotionalität verstanden werden können. Sie stehen im Kontrast zur Würde und Ernsthaftigkeit der Geste. Das Werk reflektiert den paradoxen Zustand unserer Zeit: den Wunsch nach Hoffnung, Sieg und Unbeschwertheit – und zugleich das Bewusstsein, dass wir als Menschheit in ökologischen, sozialen und ethischen Fragen bereits gescheitert sind oder an der Schwelle des Versagens stehen.
Die Kinderhand wird so zum Sinnbild einer Zukunft, die noch ungeschrieben ist. Sie trägt den Sieg in sich, doch auch die Frage, ob dieser Triumph Bestand haben kann. Die Skulptur spricht von Resilienz, Überleben und dem kindlichen Drang nach Ausdruck – aber auch von der Fragilität einer Welt, die ihre eigenen Grundlagen zerstört.
The Last of Us ist damit ein ambivalentes Monument: zwischen Hoffnung und Niederlage, zwischen Verspieltheit und Endzeit, zwischen den Spuren des Holzes als gewachsenem Material und der symbolischen Geste, die an uns appelliert, den Sieg nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern als fragile Möglichkeit, die Verantwortung erfordert.
