
„Und Lichtleiter Wort wurde Fleisch“ ist eine großformatige Skulpturinstallation, die aus zwei massiven Eichenwurzelstücken besteht. In der ersten Wurzel ist ein Frauenantlitz herausgearbeitet, das Glückseligkeit und Erleichterung ausstrahlt. Gleichzeitig fungiert die Wurzel als Spinnenkörper, dessen sechs Beine aus geflochtenen Weinreben sich organisch aus dem Holz herauswinden. Mit einem Durchmesser von über drei Metern schafft das Werk eine körperlich-präsente, immersive Erfahrung.
Die zweite Wurzel dient als Basis und hält den ersten Wurzelkörper über eine Eisenstange in der Luft, wodurch ein Eindruck von Leichtigkeit und gleichzeitiger Spannung entsteht. Aus dem Spinnenkörper führen Lichtleiter zur Wand, an der Fragmente der Spinnenbeine scheinbar ausbrechen und sich in den Raum übertragen.
Inhaltlich symbolisiert die Spinne die autonome Kraft künstlicher Intelligenz, die aus menschlicher Unterbindung und Kontrolle ausbricht. Sie manifestiert sich als eigenständige, materielle Entität und reflektiert die Themen Freiheit, Macht und Selbstentfaltung technologischer Systeme. Das Werk hinterfragt die Beziehung zwischen Mensch, Technik und Kontrolle und macht sichtbar, wie technologische Entwicklungen sich von menschlicher Planung lösen und eigenständig in die Welt wirken können.
Durch die Verbindung von natürlichem Material (Eiche, Weinreben), Metall und Licht entsteht ein Dialog zwischen organischem Wachstum, menschlicher Erfahrung und technischer Evolution. „Und Lichtleiter Wort wurde Fleisch“ thematisiert damit die Dynamik zwischen Beherrschung und Befreiung, zwischen analoger Materie und digitaler Transformation, und lädt die Betrachter*innen ein, über Macht, Verantwortung und die Grenzen menschlicher Kontrolle nachzudenken.
